Ausrüstung

Die Feuerwehr Attel-Reitmehring stellt die verfügbare moderne Ausrüstung im Detail dar:

Chemikalienschutzanzüge

 

Aufgrund der vielbefahrenen Bundesstraßen B304 und B15 und einer großen Lebensmittelfirma, die auch mit Chemie zur Reinigung von Tanks und Herstellungsgeräten arbeitet, besitzen wir Chemikalienschutzanzüge.

Was ist ein Chemikalienschutzanzug?

 

Ein Chemikalienschutzanzug (CSA) ist eine Persönliche Schutzausrüstung, die den Träger komplett von seiner Umwelt isoliert, so dass er in radiologisch, chemisch oder bakteriologisch kontaminierter Umgebung arbeiten kann. Er kommt z.B. bei Gefahrgutunfällen zum Einsatz. Zur Atemluftversorgung trägt der CSA-Träger meistens einen Pressluftatmer auf dem Rücken.

 

Einsatz

 

Die Einsatzzeit ist für den Träger des CSA aufgrund der hohen körperlichen wie psychischen Belastung auf 20 bis maximal 25 Minuten begrenzt. Hinzu kommt noch die Zeit, die für die Dekontamination des Trägers benötigt wird. Um gerade bei sommerlichen Temperaturen die Temperaturbelastung zu verringern, können Kühlwesten darunter getragen werden oder ein Lüftungssystem mit Schläuchen in Arme und Beine im Anzug eingesetzt werden. Die hierfür benötigte Luft wird meistens aus dem Atemluftkreislauf entnommen und reduziert somit allerdings den Atemluftvorrat bei Verwendung z.B. einesPressluftatemgerätes. Ein weiterer begrenzender Einfluss ist die eingeschränkte Beständigkeit gegenüber den diversen Chemikalien.

 

Der CSA ist nicht gegen alle Stoffe resistent. Vor jedem Einsatz sollte die vom Hersteller mitgelieferte Beständigkeitsliste gegen den vorhandenen Gefahrstoffabgeglichen werden. Auch sollte Wärmestrahlung sowie die zum Beispiel beim Austritt von Gasen mögliche Vereisung durch Kälte unbedingt vermieden werden. Genauso wie scharfe Kanten kann dies zur Beschädigung des Materials und somit zur Kontamination des Trägers führen. Zum Schutz vor mechanischen Beschädigungen kann gegebenenfalls über den in den CSA integrierten Handschuhen ein weiteres Paar Schutzhandschuhe getragen werden, die die Manipulationsfähigkeit des Trägers jedoch extrem stark einschränken.


(Not-)Dekontaminations-Becken

Das (Not-)Dekontaminationsbecken dient dem Auffangen von mit Gefahrstoffen kontaminiertem Wasser, dass beim dekontaminieren von Einsatzkräften oder geretteten Personen entsteht. Es ist Bestandteil unserer Gefahrgutausrüstung und kann auch zum Auffangen von Betriebsstoffen, Schaumlöschmitteln oder Gefahrgut verwendet werden.


Fluchthauben

Fluchthauben dienen dem Schutz von Personen vor Rauchgasen bis diese sicher aus einem brennenden Haus gerettet werden können, es gibt sie mit Filtern oder mit einem Anschluss, der an einen Pressluftatmer (PA) angeschlossen werden kann und der/ die zu Rettende kann mit Frischluft versorgt werden. Nach einer gründlichen Reinigung und Desinfizierung können diese wiederverwendet werden.


Greifzug (bis zu 3 Tonnen)

Der Greifzug dient dem Anheben, Wegziehen und Sichern von Objekten.


Einsatzlaptop mit GIS (Geoinformationssystem)

Einsatzspektrum

Im Einsatzfalle können wir mit Hilfe unseres Einsatzlaptops, Daten über Fahrzeugmodelle (bei Verkehrsunfällen) ermitteln, Karten von Objekten und Einsatzgebieten einsehen, Daten von Gefahrgütern abrufen und auswerten und Bilder der Wärmebildkamera empfangen und auswerten.

Was ist GIS?

Geoinformationssysteme (GIS) sind Informationssysteme zur Erfassung, Bearbeitung, Organisation, Analyse und Präsentation geografischer Daten. Geoinformationssysteme umfassen die dazu benötigte Hardware, Software, Daten und Anwendungen. Geoinformationssysteme werden in vielen Bereichen genutzt, unter anderem in der Umweltforschung, Archäologie, Marketing, Kartografie, Städteplanung, Kriminologie (→ Verbrechenskarten), Logistik und im Ressourcenmanagement. Mithilfe eines GIS ist es Katastrophenschutzbeauftragten beispielsweise möglich, Evakuierungspläne zu erstellen. Umweltschutzbehörden können bestimmen, welche Feuchtgebiete in besonders bedrohten Gebieten liegen. Marketingabteilungen können bestimmen, in welchen Gebieten durch verstärkte Werbung neue Kunden gewonnen werden können.


Ex-Oxi-Meter Altair 4

Das Ex-Oxi-Meter (Mehrgas-Messgerät) dient der Früherkennung gefährlicher Gaskonzentrationen in der Umgebungsluft. Es erkennt geringste Veränderungen der Sauerstoffkonzentration in der Luft und warnt optisch und akustisch vor gefährlichen Konzentrationen von Ex, CO, H2S und O2.

 

Zum Einsatz kommt es beim Freiwerden gefährlicher Stoffe oder beim Verdacht auf verringerten Sauerstoffgehalt in der Umgebungsluft. Es ermöglicht die schnelle Gefahrenbeurteilung in beengten Räumen, brennbaren oder toxischen Atmosphären und bei Sauerstoffmangel.


Halligan-Tool


LKW-Arbeitsplattformen

Verkehrsunfälle in die LKWs verwickelt sind stellen in vielerlei Hinsicht eine größere Herausforderung für die Einsatzkräfte dar als ein Verkehrsunfall mit PKWs. Neben den wesentlich größeren Ausmaßen im Bezug auf die Maße und das Gewicht des LKWs stellt auch die Höhe der Fahrerkabine ein Problem dar.
So ist es bei einem deformierten Fahrerhaus nur schwer möglich einen direkten Zugang zu dem/den Verletzten zu schaffen.

 

Die Arbeiten, wie das Entfernen der Türen oder das Abtrennen des Daches können durch das schwere Gerät nicht ebenerdig durchgeführt werden. Daher wurden zwei LKW-Arbeitsbühnen beschafft, die es ermöglichen bequem auf Höhe des Fahrerhauses zu arbeiten.


“Verwandlung” in einen Gleiswagen

Da durch das Einsatzgebiet der Feuerwehr Attel-Reitmehring, eine stark frequentierte Eisenbahnstrecke führt, sind in Eigenregie zwei Achsen entstanden. Diese können bei Bedarf unkompliziert und schnell an den Arbeitsbühnen befestigt werden und somit schnell und sicher Werkzeug und Material auf dem Gleisweg an Unglückststellen  gebracht werden. Durch die Länge der Bühnen können auch verletzte Personen auf dem “Bahnwagerl” transportiert werden.


Lorsbach Sprungretter

 

Einsatzspektrum

Der Sprungretter System Lorsbach eignet sich zum Retten von Personen aus Höhen bis zu 16 Metern. Er besteht aus einem Käfig aus Luftschläuchen, die durch eine Pressluftflasche (6 l, 300 bar) aufgeblasen werden. Er ist schon nach 30 Sekunden einsatzbereit. Nachdem eine Person in ihn hereingesprungen ist, richtet er sich innerhalb von 3 Sekunden wieder auf. Der Sprungretter wird von nur 2 Feuerwehrleuten zum Einsatz gebracht. Beim klassischen Sprungtuch benötigte man immerhin noch 16 Kameraden, die dann auch noch unfallgefährdet waren, da sie sich im direktem Sprungbereich aufhalten mussten.

Technische Maße

Maße aufgebaut: B/T/H 3,8m /3,8m/1,7m
Maße eingepackt: B/T/H 0,55m/0,9m/0,3m
Gewicht incl.Flasche 50 kg


Nachtsichtgerät

Einsatzspektrum

Da zu unserem Einsatzgebiet das Innsalzachklinikum (früheres Bezirksklinikum Gabersee) gehört und deshalb unsere Wehr auch schon desöfteren zu Personensuchen alarmiert wurde, besitzen wir 2 Nachtsichtgeräte. Sie werden bei Vermissstensuchen während der Nacht verwendet.

Wie funktioniert ein Nachtsichtgerät?

Das menschliche Auge ist in der Lage, Lichtwellen mit einer Länge von 380 Nanometer bis 750 Nanometer wahrzunehmen. Dies ist das sogenannte Farbspektrum.

Nachtsichtgeräte nutzen jedoch infrarotes Licht. Infrarote Lichtwellen liegen mit 780 Nanometer bis 1 Millimeter Länge über dem Bereich, den unsere Augen erkennen können. Warme oder heiße Gegenstände (und Lebewesen) strahlen mehr infrarotes Licht ab als kalte. Man kann Infrarotstrahlung aber auch dazu benutzen, etwas zu erwärmen – das weiß jeder, der seine Hand schon einmal unter eine Infrarotlampe gehalten hat.

Nachts liegt der größte Teil der vorhandenen Strahlung im infraroten Bereich. Sie stammt vom Mond, den Sternen und Rückstrahlungen künstlicher Lichtquellen (Städte, Autobahnen), die von Wolken über weite Strecken reflektiert werden können.

Nachtsichtgeräte sind in der Lage, diese infraroten Lichtwellen sichtbar zu machen und zu verstärken. Sie sammeln das vorhandene Licht mit speziellen Objektiven, die für Infrarotstrahlung besonders durchlässig sind, und bündeln es auf eine sogenannte Bildwandlerröhre. Wenn das Licht auf diese Röhre trifft, „schlägt“ es hier Elektronen los. Dieser Elektronenfluss wird verstärkt und am anderen Ende auf einem Bildschirm wieder in sichtbares Licht umgewandelt. Der Nutzer des Nachtsichtgerätes kann nun im Dunkeln sehen. Sind keine natürlichen Infrarotlichtquellen vorhanden (z.B. in einem geschlossenen Raum), kann man eine Infrarotlampe benutzen – sie ist für menschliche Augen unsichtbar, erhellt aber für das Nachtsichtgerät den Raum.


Powermoon Beleuchtungsgerät

Das Beleuchtungsgerät “Powermoon” (Herstellerbezeichnung) ist ein Leuchtballon, der dem Ausleuchten von Einsatzstellen dient.


Durch seine spezielle Konstruktion ermöglicht er die Abgabe von nahezu blendfreiem, tagesähnlichem Licht.

Der Powermoon besteht aus dem Leuchtballon an sich, einem Stativ und einem Vorschaltgerät. Der Ballon besteht aus drahtverstärktem Gewebe und wird ähnlich einem Regenschirm aufgespannt. Im Inneren sitzt ein Leuchtmittel, das über ein Kabel mit dem Vorschaltgerät verbunden wird. Der Ballon selbst ist in der oberen Hälfte innerseitig verspiegelt, wodurch das Licht nach unten reflektiert wird, was die Leuchtkraft noch steigert. Die untere Hälfte des Powermoons ist matt.

Durch die große Höhe des Statives und dem Durchmesser des Ballons lassen sich Einsatzstellen effektiv und schnell ausleuchten. So kann für die Feuerwehrangehörigen auch bei Nacht ein optimales Arbeiten bei geringem Unfallrisiko sicher gestellt werden.


Schnelleinsatzzelt

Wie in dem obigen Video schön zu sehen ist, ist das Schnelleinsatzzelt in gut eineinhalb Minuten aufgebaut. Beschafft wurde es, um bei Großschadenslagen (z.B. Hochwasser,…) eine Möglichkeit zu haben um Patienten bzw. Opfer trocken und warm für gewisse Zeit unterbringen und versorgen zu können, aber auch um den Einsatzkräften bei langwierigen Einsätzen einen Platz zum erholen und aufwärmen bieten zu können.


Stab-Fast-Abstützsystem

Mit diesem Abstützsystem ist es uns möglich verunglückte Fahrzeuge bestmöglichst zu stabilisieren und gegebenenfalls anzuheben. Stab-Fast ist ein Produkt der Firma Weber-Hydraulik.


Wärmebildkamera (WBK) “Hornet” von Ziegler

Was ist eine Wärmebildkamera?

Eine Wärmebildkamera ist ein bildgebendes Gerät ähnlich einer herkömmlichen Kamera, das jedoch Infrarotstrahlung empfängt. Die von Infrarotkameras genutzte Strahlung liegt im Wellenlängenbereich von 0,7 bis 1000 µm. Wärmebildkameras nutzen allerdings aufgrund der typischen Emissionswellenlängen in der Nähe der Umgebungstemperatur (Wiensches Verschiebungsgesetz) den Spektralbereich von 3,5 bis 14 µm (mittleres Infrarot, kurz MIR). Dieser Bereich ist auch für die Messung und bildliche Darstellung von Temperaturen im Umgebungstemperaturbereich geeignet, wenn der Emissionsgrad bekannt ist. Dieser streut allerdings materialabhängig sehr zwischen 0,012 und 0,98 – entsprechend ungenau kann die Temperaturzuordnung ausfallen.

Die normale Atmosphäre ist in diesem Bereich aufgrund ihrer Zusammensetzung weitgehend transparent, die Strahlung der Sonne sowie künstliche Lichtquellen stören dabei nicht.

Wann wird sie eingesetzt?

Der klassische Arbeitsbereich einer WBK ist das Aufspüren von Glutnestern und “versteckten” Bränden (beispielsweise in Wänden oder im Heu), aber auch bei Einsätzen in der Technischen Hilfeleistung  kann sie verwendet werden. So kann man nach einem Verkehrsunfall bis zu einer bestimmten Zeit noch feststellen, ob weitere Insassen im Fahrzeug waren. Durch Funkübertragung können wir aufgenommene Bilder der WBK in unserem MZF auf unserem Einsatzlaptop sowie auf einem Bildschirm im Fahrzeug einsehen und auswerten.


Ziehfixsatz

Das Türöffnungsset dient dem Entfernen von Schließzylindern,
um zum Beispiel hilflose Personen hinter verschlossenen Türen zu befreien. Im Normalfall wird benötigt:

 

– Akkuschrauber mit Hartmetallbohrer
– Zugschraube, Einschraubhilfe
mit Bit-Schraubendreher
– Zieh-Fix® Glocke und Knarre
– Profilzylinderschließer

Alternativ z.B.:
– Zieh-Fix® Knackrohr
– Winkelblech