Jahreshauptversammlung 2017

3. März 2017
Verein
Am 03.03.17 fand die Jahreshauptversammlung inkl. Neuwahlen der Vorstandschaft und der Kommandanten statt.

Pressebericht und Titelfoto von ovb-online.de, Hampel:

Not macht erfinderisch: Weil der Platz im Feuerwehrhaus schon lange nicht mehr reicht, betreibt die Feuerwehr Attel-Reitmehring Familienzusammenführung – in den Spinden.

Wasserburg-Reitmehring – „Wir wissen nicht mehr, wohin mit den Leuten“, erzählte Walter Blüml, Vorstand der Feuerwehr Attel-Reitmehring. 56 Aktive und 18 Jugendwehrler teilen sich den knapp bemessenen Platz im Gerätehaus mit den Fahrzeugen. „Wir machen schon Familienzusammenführung, belegen die Spinde doppelt und zum Teil dreifach.“ Zwar sorgte Blümls Formulierung für Schmunzeln bei der Jahresversammlung, erheiternd finden die Wehrler die Situation aber schon seit Langem nicht mehr. Zumal sie auch die Werbung neuer Mitglieder erschwert: Die seien wenig begeistert bei der Aussicht, sich zu zweit oder dritt auf einem Quadratmeter, eingepfercht zwischen Spind und Fahrzeug, zum Einsatz umzuziehen. So langsam müsse etwas geschehen, so Blüml, der aber Hoffnung aus der Tatsache schöpft, dass im Stadthaushalt zumindest schon mal Mittel für die Planung bereitgestellt sind.

Viel geschehen ist beim Verhältnis der beiden Feuerwehren im Stadtgebiet. Das war phasenweise nicht das Beste, es gab erhebliche Reibungspunkte. Die sind ausgeräumt, „unser Zaubertrank hat gewirkt“, vermutete Blüml schmunzelnd. Sowohl er als auch Kommandant Sepp Ramm als auch Jugendwart Dr. Andreas Neuhoff als auch Schriftführer Thomas Rücker betonten, wie gut jetzt die Zusammenarbeit funktioniere, wie gut man sich auch menschlich verstehe. Höhepunkt des Vereinsjahres 2016 sei neben dem viertägigen Vereinsausflug auch für die Attel-Reitmehringer Wehr das Jubiläum der Stadtfeuerwehr gewesen, „wir haben gerne mitgearbeitet und gerne mit Euch gefeiert“, so Blüml in Richtung der in großer Zahl angerückten Kameraden aus der Altstadt. Heute könne man in Wasserburg wirklich von „eine Wehr, zwei Standorte“ sprechen. „Wer hätte das noch vor ein paar Jahren gedacht, dass diese Aussage heute mehrfach kommt“, freute sich Bürgermeister Michael Kölbl.

Viel Arbeit hatten die Aktiven zu bewältigen. Kommandant Sepp Ramm berichtete von zwölf Brandeinsätzen, 52 technischen Hilfeleistungen und acht Fehlalarmen, dazu 25 Einsätzen mit freiwilliger Hilfe, ob bei der Verkehrsregelung am Attler Herbstfest oder Attler Lauf, zupacken beim Seifenkistenrennen und anderem mehr. Insgesamt kam die Feuerwehr Attel-Reitmehring so auf 97 Einsätze.

24 von 31 Atemschutzgeräteträgern haben eine Zusatzausbildung CSA, das heißt, sie sind fit im Umgang mit Chemikalien – notwendig, da unter anderem beide Großmolkereien damit arbeiten.

Ja, die Aktiven der Feuerwehr sind immer wieder mit schrecklichen Bildern konfrontiert. Es gibt aber auch positive Einsätze. Ramm berichtete von einem französischen Reisebus, der auf der B 304 in Spuckweite des Gerätehauses verunglückte. Während die eine Hälfte der Einsatzkräfte die nicht mehr ganz jungen Damen zuvorkommend zu den Toiletten im Feuerwehrhaus begleitete, organisierte die andere Hälfte einen Ersatzbus für die Fahrt zum Flughafen. „Beides rechtzeitig“, so Ramms trockene Bilanz.

Dr. Andreas Neuhoff, seit einem Jahr Jugendwart, erinnerte sich amüsiert, dass er zu Beginn seiner Amtszeit quasi ohne Schützlinge dastand. Die einen hatten gerade zu den Aktiven gewechselt, die anderen waren in der Ausbildung und oft zum Blockunterricht in Berufsschulen weit weg. „Aber dann kamen sie über mich“, so Neuhoff grinsend. Mittlerweile hat er eine altersmäßig bunt gemischte Truppe zwischen zwölf und 16 Jahren, „die am liebsten wöchentlich üben würde“. Als besonders gelungen schilderte er die „Funkübung Lego“: Am einen Ende des Funkgerätes wird ein Lego-Gebilde beschrieben, am anderen wird es nachgebaut und am Ende wird verglichen. „Das schult klare Sprache und präzisen Ausdruck“, so Neuhoff. Und die Übung fand Anklang: „Die haben die Aktiven vor Begeisterung gleich übernommen!“ Kreisbrandinspektor Georg Wimmer stellte mit Blick auf einen ganzen Tisch voller junger Leute fest, das sei „a scheener Anblick“ und lud zum Kreisjugendfeuerwehrtag im Juli ein.

Kurz fasste sich heuer Schriftführer Thomas Rücker bei seinem Rückblick. Seine gewohnten launigen Kommentare unterblieben. Danach war keinem Feuerwehrler zumute, die Nachricht vom schlechten Gesundheitszustand des Ehrenvorsitzenden Gustav Kliesch drückte die Stimmung. Kurz fasste sich auch Kassier Andreas Klitzner, der bekannt gab, dass, rechnet man alle Ausgaben und Einnahmen gegeneinander auf, die Feuerwehr Attel-Reitmehring 2016 ein leichtes Minus von 700 Euro verzeichnete.

Die Wahlen brachten keine Veränderungen. Josef Ramm bleibt Kommandant, Martin Spiel sein Stellvertreter. Walter Blüml lenkt weiter die Geschicke des Vereins, Michael Löw ist Stellvertreter, Thomas Rücker Schriftführer und Andreas Klitzner Kassier. Auch die Beisitzer und Kassenprüfer wurden wieder gewählt.